Die Geschichte von XRP: von 2012 bis heute
8 Min. Lesezeit · Aktualisiert 2025-01-20
Vor dem Anfang: 2011 bis 2012
XRP begann nicht mit Ripple. Es begann mit einem Programmierer namens Jed McCaleb, der auch Mt. Gox schuf und später Stellar. 2011 machte sich McCaleb an ein System für digitales Geld, das ohne Mining auskommt. Er holte David Schwartz und Arthur Britto dazu, und gemeinsam bauten sie das XRP Ledger.
Das XRP Ledger ging im Juni 2012 in Betrieb — volle drei Jahre vor dem Start von Ethereum.
Die Ripple-Jahre: 2012 bis 2017
Chris Larsen und Jed McCaleb gründeten Ripple Labs, zunächst OpenCoin, im Jahr 2012. Das Unternehmen erhielt 80 der 100 Milliarden XRP, die bei der Entstehung erzeugt wurden. Sein Ziel: internationale Zahlungen so einfach machen wie das Senden einer E-Mail.
Wichtige Wegmarken:
- 2012: Das XRP Ledger startet, Ripple Labs wird gegründet
- 2013: Ripple sammelt Startkapital von Andreessen Horowitz, Lightspeed und anderen ein und legt später im Jahr eine Seed-Runde über 3,5 Mio. $ nach
- 2014: Jed McCaleb geht, um Stellar zu gründen. Um seine XRP-Bestände entsteht Streit
- 2015: FinCEN verhängt gegen Ripple eine Strafe von 700.000 $ — was sich als Erfolg erwies, weil XRP damit als „virtuelle Währung“ eingestuft wurde und nicht als Wertpapier
- 2016: Ripple erhält in New York eine BitLicense und beginnt, Partnerschaften mit Banken zu schließen
- 2017: XRP schnellt im Bullenmarkt von 0,006 $ auf 0,25 $ und weiter auf 3,84 $
Absturz und stilles Bauen: 2018 bis 2020
Nach fast 4 $ im Januar 2018 fiel XRP bis zum Jahresende zurück auf 0,25 $. Der gesamte Kryptomarkt brach ein, doch der Rückgang bei XRP war besonders hart.
In dieser Zeit baute Ripple weiter:
- Hunderte Partnerschaften mit Banken geschlossen
- On-Demand Liquidity (ODL) gestartet, das XRP tatsächlich für grenzüberschreitende Zahlungen einsetzt
- Zu einem der bestfinanzierten Krypto-Unternehmen geworden
Das SEC-Verfahren: Dezember 2020
Am 22. Dezember 2020 verklagte die SEC Ripple mit dem Vorwurf, XRP sei ein nicht registriertes Wertpapier. Der Kurs fiel binnen Tagen um 70 %. Große Börsen nahmen XRP aus dem Handel. Es sah nach dem Ende aus.
Doch Ripple wehrte sich — und der Fall wurde zum wichtigsten Rechtsstreit der US-Kryptogeschichte.
Die Auflösung: 2023 bis 2025
Im Juli 2023 entschied Richterin Analisa Torres, dass XRP kein Wertpapier ist, wenn es an öffentlichen Börsen verkauft wird. Das war ein wegweisendes Urteil für die gesamte Kryptobranche.
Im August 2024 verhängte das Gericht wegen der institutionellen Verkäufe eine Strafe von 125 Mio. $ gegen Ripple. Im Mai 2025 einigten sich Ripple und die SEC abschließend auf 50 Mio. $, beide Seiten zogen ihre Berufungen zurück, und das Verfahren wurde offiziell beendet. Entscheidend: Der Status von XRP als Nicht-Wertpapier an öffentlichen Börsen wurde bestätigt. Die Börsen nahmen XRP wieder auf. Der Kurs zog an.
Wo XRP heute steht
XRP liegt beständig unter den fünf bis sieben größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung. Das ODL-Produkt von Ripple wickelt Milliarden an grenzüberschreitenden Zahlungen ab. Das Unternehmen hat sich auf digitales Zentralbankgeld, Tokenisierung und DeFi im XRP Ledger ausgeweitet.
Die rechtliche Klarheit, die XRP heute hat, fehlt den meisten anderen Kryptowährungen. Ob sich das in die Kursentwicklung übersetzt, ist eine ganz andere Frage.